Zweites Kind nach Kaiserschnitt


Ist eine natürliche Geburt möglich?
Zweites Kind nach Kaiserschnitt

Hatte eine Frau einen Kaiserschnitt, wird bei den folgenden Geburten in 70 Prozent der Fälle ebenfalls ein Kaiserschnitt durchgeführt. Das sei nicht immer nötig, berichtete Prof. Dr. phil. Mechthild auf dem 27. Deutschen Kongresses für Perinatale Medizin in Berlin (DGPM).

Gründe für einen Kaiserschnitt

Dass eine erneute Schwangerschaft nach einem Kaiserschnitt mit speziellen Risiken einhergehen kann, ist bekannt. So wächst in diesen Schwangerschaften die Plazenta ungewöhnlich häufig auf dem Narbengewebe oder direkt auf dem Muttermund an. Auch drängt sie häufiger als bei anderen Frauen in die Muskulatur der Gebärmutter ein, so dass sie sich nach der Geburt nicht unkompliziert von der Gebärmutter löst. Heftigen Blutungen folgen. Häufig wird auch gefürchtet, dass die Gebärmutter an der Narbe reißen könnte. Ebenso sind ein sehr großes Kind, Krankheiten bei Mutter und Kind sowie untypisch starke Schmerzen Anlässe, sich bei einer Geburt erneut für einen Kaiserschnitt zu entscheiden.

„Hier wird niemand der Frau zu einer natürlichen Geburt raten", meint Prof. Dr. phil. Mechthild Groß, Hebamme an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Wenn aber Mutter und Baby gesund sind und die Mutter sich fit fühlt, wenn das Narbengewebe fest ist, wenn mit der Plazenta alles in Ordnung ist, ist eine natürliche Geburt möglich. Und wir denken, dass das häufiger der Fall ist als in der Geburtsmedizin bisher angenommen wird."

Experten für mehr natürliche Geburten nach Kaiserschnitten

In der europäischen Studie OptiBIRTH wird nach Wegen gesucht, den Anteil natürlicher Geburten bei Frauen nach Kaiserschnitt zu steigern. Die Studie wird von elf Universitäten aus acht Ländern geplant. Es beteiligen sich Geburtskliniken aus drei Ländern. „In den Niederlanden, in Schweden und Finnland wird etwa jede zweite Geburt nach einem Kaiserschnitt als natürliche Geburt durchgeführt, in Italien und Deutschland nur etwa 30 Prozent“, erläutert die Hebammenwissenschaftlerin. „Aber wir denken, dass es möglich ist, diese Rate auch bei uns auf 40 Prozent anzuheben. Die OptiBIRTH-Studie soll uns dazu Wissen, Können und Argumente an die Hand liefern."

Mit jedem Kaiserschnitt steigt das Risiko

Ein wichtiges Argument für die natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt ist, dass die Risiken mit jedem Kaiserschnitt massiv steigen. Deshalb sei es am Wichtigsten, bereits den ersten Kaiserschnitt nur dann durchzuführen, wenn es gewichtige Gründe dafür gibt, empfiehlt Prof. Groß.

News

Tennis und Joggen bei Hüftarthrose
Tennis und Joggen bei Hüftarthrose

Nicht pauschal verbieten!

Viele Menschen mit Arthrose meiden Laufen, Tennis oder Skifahren aus Angst vor weiterem Gelenkverschleiß. Neue Studiendaten machen jedoch Hoffnung: Bestimmte belastende Sportarten scheinen das Risiko für einen Gelenkersatz nicht zwangsläufig zu erhöhen.   mehr

So kommen Beinvenen in Schwung
So kommen Beinvenen in Schwung

Für alle, die viel stehen müssen

Wer beruflich viel stehen muss, mutet seinen Beinvenen einiges zu. Mit den richtigen Schuhen und Strümpfen, kalten Duschen und einfachen Übungen lässt sich die Venengesundheit fördern.   mehr

Nur ein Medikament oder schon Doping?
Blick auf die Beine des Teilnehmerfeldes bei einem Stadtlauf.

Strenge Regeln selbst im Freizeitsport

Wettkämpfe sind nicht nur dem Spitzensport vorbehalten. Auch viele Freizeitsportler*innen messen sich gerne, etwa beim Marathon oder bei Radveranstaltungen. Aber Vorsicht: Auch für sie gelten Anti-Doping-Bestimmungen. Und die sind oft strenger, als vermutet.   mehr

Schützt Lithium vor Demenz?
Schützt Lithium vor Demenz?

Behauptung im Netz

Lithium ist ein starkes Medikament gegen schwere psychische Erkrankungen. Im Netz kursiert aber auch die Behauptung, dass Lithium in geringen Dosen Demenz vorbeugen kann. Was ist dran?   mehr

Faktencheck Krebsdiäten
Faktencheck Krebsdiäten

Nützlich oder schädlich?

Viele Menschen mit Krebs hoffen, den Tumor durch eine spezielle Ernährung beeinflussen zu können. Doch eine neue Leitlinie macht deutlich: Für Krebsdiäten gibt es keinen belegten Nutzen. Und wenn sie zu einer Mangelernährung führen, können sie sogar gefährlich werden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im August

Was tun bei Hämorrhoiden?

Was tun bei Hämorrhoiden?

Probleme mit der Kehrseite

Hämorrhoiden sind weit verbreitet – und trotzdem spricht kaum jemand darüber. Dabei hat fast jeder E ... Zum Ratgeber
Linden-Apotheke
Inhaber Carsten Friderici
Telefon 0541/7 23 10
E-Mail lindenapo.os@t-online.de